Wer viel bankdrückt, über Kopf drückt oder Weighted Dips trainiert, merkt häufig am Ellenbogen, wie viel Belastung sich über eine intensive Einheit summieren kann. Elbow Sleeves halten den Bereich warm, geben Kompression und können je nach Bauart beim schweren Drücken spürbar unterstützen.
Ein flexibles Modell lässt sich problemlos über einen längeren Press-Block tragen. Extra steife Varianten setzen der Ellenbogenbeugung dagegen bewusst Widerstand entgegen und spielen ihre Stärken eher bei schweren Pressversuchen und Weighted Dips aus.
Gemeint sind hier ausschließlich Ellenbogenbandagen als Trainingsequipment im Kraftsport. Orthopädische Bandagen zur Behandlung von Verletzungen oder anhaltenden Beschwerden erfüllen einen anderen Zweck. Bleiben Schmerzen bestehen oder nehmen unter Belastung zu, sollte nicht einfach mit mehr Kompression weitertrainiert werden.
Was Ellenbogenbandagen beim Krafttraining bringen
Der erste Unterschied zeigt sich oft schon beim Aufwärmen. Unter einem eng sitzenden Sleeve bleibt die Wärme rund um den Ellenbogen besser erhalten. Gerade bei längeren Druckeinheiten kann sich das Gelenk dadurch zwischen den Sätzen weniger steif anfühlen.
Hinzu kommt die Kompression. Ein passend sitzender Sleeve liegt während der gesamten Bewegung eng am Ellenbogen an und kann unter Last ein kompakteres, kontrollierteres Gefühl geben.
Bei einem beweglichen Neoprenmodell bleibt es hauptsächlich bei Wärme und Kompression. Sehr steife Sleeves verhalten sich deutlich anders. Beim Beugen des Ellenbogens spannt sich das Material stärker auf und arbeitet gegen die Bewegung. Beim anschließenden Strecken entsteht daraus ein spürbarer Rebound.
Genau hier liegt der wesentliche Unterschied zwischen einem Sleeve für reguläres Krafttraining und einem Modell, das gezielt für besonders schwere Drückbewegungen eingesetzt wird.
Bankdrücken, Überkopfdrücken und Trizepstraining
Beim schweren Bankdrücken werden Elbow Sleeves häufig erst während der späteren Aufwärmsätze angezogen. Für die schweren Arbeitssätze ist der Ellenbogen dann bereits warm und bekommt zusätzlich die gewünschte Kompression und Unterstützung.
Bei hohem Bankdrückvolumen kann auch ein beweglicheres Modell sinnvoll sein. Dort steht weniger der maximale Rebound im Vordergrund als ein angenehmer, konstanter Sitz über viele Sätze.
Beim Überkopfdrücken verteilt sich die Belastung anders als beim Bankdrücken, Trizeps und Ellenbogen müssen aber ebenfalls hohe Kräfte übertragen. Bei schweren Strict Presses, Push Presses oder anderen Überkopfvarianten kann ein festerer Sleeve deshalb gut ins Training passen.
Bei Weighted Dips wird Steifigkeit noch wichtiger. Mit zunehmendem Zusatzgewicht steigt die Belastung auf Ellenbogen und Trizeps deutlich. Im Streetlifting sind deshalb besonders feste Modelle verbreitet, die mehr Widerstand und Rebound liefern als klassische Trainingssleeves.
Für Skull Crushers, Trizeps Extensions oder anderes Assistenztraining ist dieser Grad an Unterstützung nicht immer sinnvoll. Bei höheren Wiederholungszahlen fährt man häufig besser mit einem Sleeve, der den Ellenbogen frei arbeiten lässt.
Wrist Wraps erfüllen beim Drücken eine andere Aufgabe. Sie unterstützen das Handgelenk und nicht den Ellenbogen. Mehr dazu steht im Artikel Handgelenksbandagen im Kraftsport: Stabilität ja, mehr Leistung nein?.
Neopren, Single Ply, Double Ply oder Triple Ply?
Neopren ist im Kraftsport weit verbreitet, weil es eng anliegt, Wärme hält und gleichzeitig elastisch bleibt. Ein klassisches 7 mm Modell kann bereits deutlich komprimieren, ohne den Ellenbogen bei jeder Wiederholung stark einzuschränken.
Extra steifes Neopren arbeitet wesentlich stärker gegen die Beugung. Dadurch steigt der Support und beim Strecken entsteht mehr Rebound. Gleichzeitig wird der Sleeve unbequemer für lange Sätze und schwieriger an und auszuziehen.
Bei Single, Double und Triple Ply entsteht die Abstufung über mehrere Materiallagen. Single Ply lässt am meisten Bewegungsfreiheit. Double Ply sitzt fester und unterstützt stärker. Triple Ply bietet innerhalb dieser Bauart den höchsten Support.
Strength Shop Ellenbogenbandagen im Vergleich
| Ellenbogenbandage | Konstruktion | Charakter im Training | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|
| Single Ply Elbow Sleeves | Single Ply | Spürbarer Support bei viel Bewegungsfreiheit | Allgemeines Krafttraining, moderates Pressvolumen und Einheiten, in denen Beweglichkeit wichtig bleibt |
| Double Ply Elbow Sleeves | Double Ply | Fester als Single Ply, ohne den Ellenbogen stark einzuschränken | Schweres Bankdrücken, Überkopfdrücken und AthletInnen, die mehr Unterstützung wollen, ohne direkt zur steifsten Variante zu greifen |
| Triple Ply Elbow Sleeves | Triple Ply | Deutlich mehr Widerstand und weniger Bewegungsfreiheit | Schwere Druckbewegungen und Training mit bewusst hohem Support |
| 7mm Inferno Neoprene Elbow Sleeves | 7 mm Neopren | Feste Kompression und vielseitig genug für reguläres Krafttraining | Bankdrücken, Überkopfdrücken, Bodybuilding und Powerliftingtraining |
| 7mm PRO LITE Elbow Sleeves | Kombination aus regulärem und extra steifem 7 mm Neopren | Sehr hoher Support und deutlicher Rebound, dabei beweglicher als PRO | Schweres Bankdrücken, Weighted Dips und Streetlifting |
| 7mm PRO Elbow Sleeves | Durchgehend extra steifes 7 mm Neopren | Sehr steif, stark unterstützend und bewusst restriktiv | Maximale Weighted Dips, Wettkämpfe im Streetlifting und sehr schwere Pressversuche |
Bei den Ply Modellen verschiebt sich das Verhältnis mit jeder zusätzlichen Lage weiter von Beweglichkeit in Richtung Support.
Inferno, PRO LITE und PRO decken dagegen unterschiedliche Einsatzbereiche ab. Inferno ist die vielseitigste der drei 7 mm Varianten. PRO LITE liefert deutlich mehr Steifigkeit und Rebound, bleibt aber weniger restriktiv als PRO. PRO richtet sich an Training und Wettkampfdisziplinen, bei denen maximale Unterstützung ausdrücklich gewünscht ist.
Alle sechs Modelle sind in der Strength Shop Kategorie für Ellenbogenbandagen zu finden.
Wie eng sollte eine Ellenbogenbandage sitzen?
Ein Sleeve sollte beim Beugen und Strecken an seinem Platz bleiben und klar spürbare Kompression erzeugen. Rutscht er während eines Satzes immer wieder nach unten, sitzt er in der Regel zu locker.
Ein zu enger Sitz zeigt sich ebenfalls schnell. Taubheitsgefühle in Hand oder Fingern, sichtbare Verfärbungen, stechender Druck oder zu wenig Bewegungsfreiheit für die jeweilige Übung sprechen dafür, die Größe noch einmal zu prüfen.
Auch der Messpunkt ist nicht bei jedem Modell gleich. Beim Inferno wird der Umfang an der breitesten Stelle des Ellenbogens gemessen. PRO und PRO LITE orientieren sich dagegen am Unterarm.
Die Größe eines vorhandenen Sleeves sollte deshalb nicht ungeprüft auf ein anderes Modell übertragen werden.
Gerade bei extra steifen Varianten ist es keine gute Idee, absichtlich eine kleinere Größe zu wählen. Das Material selbst liefert bereits erheblich mehr Widerstand und Kompression.
Ellenbogenbandagen im Powerlifting
Im Powerliftingtraining werden Elbow Sleeves vor allem rund um schwere Bankdrückeinheiten eingesetzt. Bei IPF Wettkämpfen sind sie während der Lifts nicht erlaubt.
Das aktuelle technische Regelwerk der IPF erlaubt Sleeves ausschließlich an den Knien.
Wer sich auf einen Wettkampf vorbereitet, sollte die schweren wettkampfspezifischen Sätze deshalb auch ohne Ellenbogenbandagen gewohnt sein. Für umfangreiche Bankdrückeinheiten oder schwere Assistenzarbeit können Sleeves im Training trotzdem sinnvoll eingesetzt werden.
Im Streetlifting und in anderen Kraftsportformaten gelten eigene Regeln. Vor einem Wettkampf sollte deshalb immer geprüft werden, welche Ausrüstung beim jeweiligen Verband oder Veranstalter tatsächlich zugelassen ist.
Wann Elbow Sleeves ins Training passen
Für die ersten leichten Aufwärmsätze braucht es in der Regel keinen extra steifen Sleeve.
Beim Bankdrücken kann er angezogen werden, sobald die Gewichte in Richtung der Arbeitssätze gehen. Folgt danach schweres Überkopfdrücken oder Weighted Dips, kann die Bandage entsprechend weitergetragen werden.
Flexiblere Modelle funktionieren auch über längere Pressblöcke oder im Bodybuildingtraining gut. Sehr steife Varianten sind dagegen eher für die schweren Sätze gedacht, in denen ihre zusätzliche Unterstützung tatsächlich genutzt wird.
Entstehen Taubheitsgefühle oder unangenehmer Druck, sollte der Sleeve unabhängig vom geplanten Trainingsablauf ausgezogen werden.
Pflege nach dem Training
Neopren und mehrlagige Bandagen nehmen während einer harten Einheit einiges an Feuchtigkeit auf. Danach sollten sie offen trocknen können und nicht feucht in der Trainingstasche verschwinden.
Für die hier verglichenen Modelle ist eine schonende Handwäsche die sichere Variante. Anschließend vollständig an der Luft trocknen lassen.
Das schont das Material und verhindert gleichzeitig, dass sich der Geruch mehrerer Trainingseinheiten dauerhaft in den Sleeves festsetzt.
Wer sich auch mit Support Equipment für Kniebeugen beschäftigt, findet im Guide zu Knee Sleeves im Krafttraining mehr zu Material, Kompression und Passform.
Welche Konstruktion passt zum eigenen Training?
Bei hohen Wiederholungszahlen und längeren Pressblöcken sollte ein Sleeve unterstützen, ohne die Bewegung bei jeder Wiederholung unnötig zu bremsen. Dafür eignen sich beweglichere Neoprenmodelle und leichtere Ply Varianten.
Mit steigenden Lasten kann zusätzlicher Widerstand sinnvoll werden. Schweres Bankdrücken und Überkopfdrücken lassen sich mit Double Ply, Triple Ply oder steiferem Neopren stärker unterstützen.
Bei maximalen Weighted Dips und wettkampforientiertem Streetlifting verschiebt sich die Priorität noch einmal. Dort werden hoher Widerstand und Rebound bewusst genutzt, auch wenn dafür Bewegungsfreiheit verloren geht.
Welche Bandage passt, entscheidet sich deshalb am Einsatz: Sie sollte genug Support für die jeweilige Belastung liefern, ohne das Training unnötig einzuschränken.
FAQ
Sind Ellenbogenbandagen sinnvoll?
Beim schweren Krafttraining können Ellenbogenbandagen sinnvoll sein, wenn zusätzliche Wärme, Kompression oder mehr Support gewünscht sind. Wie deutlich der Effekt ausfällt, hängt von Konstruktion, Passform und Übung ab.
Was bringen Ellenbogenbandagen beim Krafttraining?
Sie halten den Bereich rund um den Ellenbogen warm und erzeugen Kompression. Steife Modelle setzen der Ellenbogenbeugung zusätzlich Widerstand entgegen und können beim Strecken einen spürbaren Rebound liefern.
Wann sollte man eine Ellenbogenbandage tragen?
Vor allem bei schweren Druckbewegungen wie Bankdrücken, Überkopfdrücken oder Weighted Dips. Beweglichere Sleeves können auch über längere Trainingsblöcke getragen werden, während sehr steife Modelle eher für schwere Arbeitssätze gedacht sind.